Über Jahre hieß es bei jedem Termin: „Ihre Werte sind in Ordnung.“ Und trotzdem war ich um drei Uhr nachmittags so erschöpft, dass ich mich hätte hinlegen können. Lange habe ich gedacht, ich bilde mir das ein. Heute weiß ich: Werte auf dem Papier und das eigene Befinden sind nicht immer dasselbe.
Was mir geholfen hat, ist nichts Spektakuläres, eher viele kleine Dinge. Ich nehme meine Tablette inzwischen wirklich nüchtern und warte mit dem Kaffee eine gute halbe Stunde. Das klingt banal, aber für mich hat die Regelmäßigkeit einen Unterschied gemacht.
Außerdem führe ich seit einer Weile ein einfaches Heft, in das ich morgens kurz eintrage, wie ich geschlafen habe und wie der Tag war. Beim nächsten Arztgespräch hatte ich damit endlich etwas Greifbares in der Hand statt nur „mir geht es nicht gut“.
Ich schreibe das hier ausdrücklich nicht als Rat, was jemand tun „sollte“. Jeder Körper ist anders und alles Medizinische gehört in die Hände der eigenen Ärztin oder des eigenen Arztes. Es ist einfach das, was mir den Alltag erträglicher gemacht hat. Wie geht es euch damit?